So wie die klassische Massage (siehe auch Seite „klassische Massage http://massage-tuina-aargau-brugg.ch/klassische-massage/)  als Therapieform in unsere westliche Schulmedizin gehört, ist Tuina eine sehr wichtige Behandlungskomponente in der traditionellen, chinesischen Medizin (TCM). Die frühere Bezeichnung der Tuina lautet Anmo.

Zwischen unserer westlichen klassischen Massage und Tuina gibt es demzufolge sehr viele Parallelen.

Bezeichnung der Grifftechniken

Tuina                                                                                    klassische Massage
Tui = Schieben (Geweberolle)
Na = Greifen (Kiblerfalte)
An = Drücken (Palpation)
Mo =

Ca =

Reibung, Streichung
Rou = Zirkelung, Friktion
Gun = Walkung
Zhen = Vibration
Chui, Pai

= Klopfen, Klatschen

Yao

= Mobilisieren, Gelenkkreisen

Tanbo

= Zupfen

Der Hauptaspekt der Massage liegt bei der Tuina in der Regulation des Meridiansystems.

Das Meridiansystem ist vergleichbar mit unserem Nervensystem. Es verläuft in Bahnen durch unseren Körper, verbindet Organe, Gewebe und Haut, kann blockieren oder zu stark aktiv sein.

So wie unsere Nerven Reize aufnehmen und weiterleiten, so nehmen die Meridiane „Energie“ auf und leiten diese durch unseren Körper.

Formen der Energie in unserem Körper sind z.Bsp. thermische Energie (Wärme- /Kälteempfinden), chemische Energie (Stoffwechsel / Reizleitung, -verarbeitung und Beantwortung von Reizen), mechanische Energie (Bewegung von Gelenken).

In der TCM werden diese Energieformen als Qi bezeichnet. Auch hier gibt es unterschiedliche Arten von Qi.

Unser Nervensystem spannt sich netzartig durch und um unseren Körper, jedoch sind Nervenstränge nicht unendlich lang sondern gliedern sich in einzelne Abschnitte.

In ähnlicher Weise werden die Meridiane durch Meridianpunkte in einzelne Bereiche unterteilt.

Diese Meridianpunkte werden in der Tuina ebenfalls mit den oben genannten Grifftechniken gezielt stimuliert. Demnach entspricht die Tuina der Akupunkt – Massage / Akupressur – eine Behandlung ähnlich der Akupuntur, allerdings ohne Verletzung der Haut durch Nadeln. Im Ertasten der Meridianpunkte kann der Behandler wesentlich mehr Feinheiten und Veränderungen erspüren.

Eine wichtige Wahrnehmung ist das Deqi – Gefühl. De = ankommen, Qi = Energie.

Durch die Massage der Meridianpunkte kommt die Energie quasi wieder an der blockierten Stelle an, was als Entspannung, Wärme, Schwere oder Kribbeln empfunden wird und sich entlang des Meridians ausbreitet.

Die 12 Hauptmeridiane bezeichnet man auch als muskulotendinäre Meridiane, da sie entlang grosser, meist oberflächlicher Muskelpartien verlaufen. Oft finden sich Verhärtungen (so genannte Myogelosen) an den Übergängen von Muskel / Sehne zur Ansatzstelle an den Knochen. Diese Verhärtungen werden in unserer westlichen Medizin nach der Triggerpunkttherapie behandelt. 71% der Triggerpunkte entsprechen Meridianpunkten (Lehrbuch der Tuina-Therapie, Dr. Alexander Meng, 6 Auflage, Seite 40).

Während in der westlichen klassischen Massage u.a. das Muskelgewebe gelöst und die Durchblutung des Muskels wieder hergestellt wird, wird in der Tuina sowohl das Muskelgewebe massiert, als auch der Energiefluss im Meridian reguliert. Tritt mit der klassischen Massage ein genereller Entspannungszustand ein, lassen sich zusätzlich dazu durch Tuina energetische Disharmonien gezielt positiv beeinflussen.